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DGUV Unfallstatistik

Bildmaterial zur DGUV Unfallstatistik 2024

Trendwende bei Staplern und Hubwagen bleibt aus!


Quetschen, Stürzen und Kippen: Im Jahr 2024 kam es zu insgesamt 32.652 Arbeitsunfällen mit Flurfördermitteln in Deutschland. Das entspricht durchschnittlich rund 129 Unfällen pro Arbeitstag mit Stapler, Hubwagen und Co. Während die Gesamtzahl der Unfälle mit Flurfördermitteln im Vergleich zum Vorjahr um 3,5% leicht sank, zeigt der detaillierte Blick eine alarmierende Entwicklung: Die Unfälle mit Gabelstaplern stiegen um 7,3% auf 12.124 an und bei bei den Handhubwagen hat sich die Zahl seit 2020 mit 5.911 Vorfällen sogar mehr als verdoppelt!

Trotz modernster Technik ereigneten sich im letzten Jahr 8 tödliche Unfälle – einer mehr als im Vorjahr. Auch die Zahl der schweren Unfälle stieg auf 322 an. Diese Entwicklung verdeutlicht: Sicherheit im Lager und Betrieb ist wichtiger denn je. Um die Ursachen besser zu verstehen und Unfälle effektiv zu vermeiden, haben wir die aktuellen Daten der DGUV Unfallstatistik 2024 kompakt als Infografiken für Ihre Berichterstattung aufbereitet.

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DGUV Unfallgeschehen 2024 in Zahlen

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Für Journalisten, Redakteure & Blogger: Sämtliche Grafiken können zur Berichterstattung verwendet werden. Bitte verweisen Sie in der BU, Quellenangabe oder irgendwo in Ihrem Beitrag mit einem Link auf Pallit.com. Es gilt die publisherfreundlichste Creative Commons Lizenz: Attribution CC BY 4.0

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) zählte im Jahr 2024 knapp 210.000 Unfälle auf Transportwegen im Betrieb oder in deren Umfeld. Rund 80.000 Unfälle davon erfolgten beim Lagern oder Be- und Entladen. Im Jahr 2024 kam es erneut zu über 32.000 Unfällen mit Flurfördermitteln. Damit gehen etwa 14 Prozent der innerbetrieblichen Transportunfälle auf Situationen zurück, an denen Stapler, Gabelhubwagen, Sackkarren oder Schubkarren beteiligt sind.

Die Zahlen beweisen: Der Umgang mit Gabelstaplern, Hubwagen und Transportwagen birgt nach wie vor erhebliche Gefahren. Diese Unfälle mit Flurförderzeugen führen häufig zu schweren Verletzungen - von Fußverletzungen bis hin zu tödlichen Unfällen. Unfallanalysen zeigen, dass Anfahrunfälle einen Großteil ausmachen: In 41 Prozent der Fälle fährt der Stapler eine zweite Person an, quetscht sie ein oder überfährt sie sogar.

  • 5.911 Unfälle mit Handhubwagen
  • 3.038 Unfälle mit Elektrohubwagen
  • 32.652 Unfälle mit Flurförderzeugen in Deutschland
  • 12.124 Unfälle mit Staplern
  • 8 Tote in 2024 durch Unfälle mit Staplern und Hubwagen
  • 36 Unfälle mit Hand- und Elektrohubwagen pro Arbeitstag im Durchschnitt
  • 68% aller schweren Unfälle mit Flurfördermitteln ereignen sich unter Beteiligung von Staplern
Flurfoerderzeuge Unfallentwicklung
Schwere Unfaelle Hubwagen und Stapler

 

Entwicklung Unfallzahlen Stapler und Hubwagen
Unfallopfer bei Hubwagen und Staplerunfaellen

Häufigste Unfallursachen von 2024 und wie man sie vermeidet

#1 Überhöhte Geschwindigkeit & unvorsichtiges Abbiegen

  • Geschwindigkeit begrenzen: Geschwindigkeit auf 8 km/h begrenzen und Schilder aufhängen. Hohe Geschwindigkeit veringert Reaktionszeit und erhöht den Bremsweg. Ältere Stapler haben oft keinen Tacho − Übungen zur Einschätzung des Tempos können helfen.
  • Schulung & Einweisung verbessern: Bei der jährlichen Unterweisung auf vorausschauendes Fahren und Tempo-Limit hinweisen. Unterweisungen sind gesetzlich vorgeschrieben, müssen mindestens einmal jährlich erfolgen und betriebsspezifische Unfallgefahren thematisieren.
Vermeidungstipp 1 und 2

#2 Blockierte Sicht

  • Gabeln immer tief halten: Last immer bodennah transportieren. Alles andere schränkt das Sichtfeld unnötig ein.
  • Rückwärtsfahren: Wenn man nicht an der Ladung vorbeischauen kann: Rückwärtsfahren. Dabei gilt wie beim Autofahren, immer in Fahrtrichtung schauen!
  • Fahrassistenten für Stapler nachrüsten: Warnen vor Gefahren wie Kippen, Kollision, Absturz von der Ladekante.

#3 Keine Markierungen

Bodenmarkierungen & Warnschilder nutzen: Schilder und Bodenmarkierungen für Fahrwege von Staplern, Gänge, Fußgängerwege, Laderampen, Kanten und Gefahrenzonen anlegen. So können Mitarbeiter und Besucher gewarnt und geleitet werden.

Vermeidungstipp 3 und 4

#4 Unordnung und kleine Räume

  • Breite Rangierbereiche und Wege: Ungeeignete bauliche Einrichtungen umbauen.
  • Ordnung halten: Laderampen, Wege, Kreuzungen und Türen sowie Flucht- und Rettungswege immer frei und sauber halten.
  • Beim Kauf des Flurförderzeugs räumliche Situation beachten: Beengte Platzverhältnisse und schmalen Gänge erfordern u.U. Schmalspur-Hubwagen oder Schmalgangstapler.

#5 Unsichere Beladung

  • Last immer bodennah transportieren: Je höher die Last gehoben wird, desto größer ist die Kippgefahr bei Lenkmanövern oder Untergrundveränderungen für Hochhubwagen und Stapler.
  • Ladung und Palette vor Transport prüfen: Ladung muss ausbalanciert und ausreichend gesichert sein. Je höher de Palette, desto leichter kann die Ware darauf umkippen. Es dürfen nur unbeschädigte Paletten verwendet werden.

Vermeidungstipp 5

#6 Technische Mängel

  • Sicherheitscheck vor Inbetriebnahme durchführen: Stapler und Hubwagen auf einwandfreie Funktionsfähigkeit kontrollieren: Betriebsbremse, Steuereinrichtungen, Hebevorrichtungen, Elektrik und Rollen prüfen.
  • Jährliche Inspektion durch Fachkundigen: Prüfung der Funktionsfähigkeit von Hubwagen und Staplern muss jährlich erfolgen (DGUV68-Prüfungen, früher UVV). Bei vielen Betriebsstunden auch unterjährig erforderlich: kleine Überprüfung (alle 500 bis 600 Betriebsstunden) und große Überprüfung (alle 2.000 bis 2.400 Betriebsstunden)

Vermeidungstipp 6

Weitere Sicherheitstipps

Hubwagen mit Sicherheitsfunktionen einsetzen

  • Auffahrschutz: vermeidet durch Bremsung und Bewegung in die entgegengesetzte Fahrtrichtung, dass Benutzer zwischen Objekt Hubwagen eingeklemmt werden. Dafür muss der Benutzer immer am Kopf der Deichsel stehen. Steht er zwischen Deichselkopf und Antriebsrad, kann der Auffahrschutz in einem Gefahrenfall nicht wirken.
  • Durchgreifschutz: verhindert, dass Mitarbeiter in die Hebevorrichtung greifen können.
  • Akustische Einrichtung: vereinfacht andere Mitarbeiter in gefährlichen Situationen zu warnen.

Bedienung nur durch befugte Mitarbeiter

  • Hubwagen und Hochhubwagen dürfen nur geeignete Personen mit erfolgter Unterweisung bedienen!
  • Gabelstapler ausschließlich durch ausgebildete Gabelstaplerfahrer mit Staplerschein. Gilt auch für Elektrohubwagen mit Aufsteigeplattform.

Alle Mitarbeiter sensibilisieren, nicht nur Fahrer

Vorsicht im Rangierbereich von Stapler und Hubwagen: Niemand darf sich dort aufhalten, ohne vorher Ruf- oder Sichtkontakt mit dem Fahrer hergestellt zu haben. Besondere Vorsicht ist für Passanten auch beim Kreuzen von Verkehrswegen geboten.

Transport und Heben von Personen

  • Beförderung von Personen nur sofern ein Sitz im Flurförderzeug vorhanden ist. Unerlaubter Transport von Personen birgt ein enormes Unfallpotenzial!
  • Anheben und Hochfahren von Kollegen mit einem Hochhubwagen oder Stapler darf nur in einem dafür ausgelegtem Arbeitskorb erfolgen.

Stapler und Hubwagen richtig abstellen und parken

  • Feste Parkplätze für Stapler und Hubwagen anlegen
  • Feststellbremse immer anziehen
  • Schlüssel mitnehmen und so vor unbefugtem Zugriff schützen
  • Gabeln absenken

Betriebsanweisungen aushängen: Mitarbeiter können nachlesen, wie man mit dem Flurfördermittel umgeht.

Lebensrettend: Schwere und tödliche Unfälle reduzieren

  • Anschnallen bei Gabelstaplern! Wie beim Auto rettet Anschnallen Leben.
  • Nachrüstung von Staplern mit Rückhaltesystemen: Bügeltüren oder Klapptüren mit Netze können tödliche Kippunfälle verhindern (Kostenpunkt rund 1.000 Euro pro Stapler).

Übrigens: Die meisten Unfälle mit Staplern und Hubwagen wären 2024 vermeidbar gewesen − beruhten sie doch auf menschlichem Fehlverhalten. Bessere Schulungen der Fahrer, Wegeführung, Sicherheitsmarkierungen sowie sensibilisiertes Personal helfen innerbetriebliche Unfälle mit Flurförderzeugen zu vermeiden.

Mehr Sicherheit durch Elektrohochhubwagen

Elektro-Hochhubwagen liefern eine hervorragende Manövrierbarkeit in schmalen Gängen. Kompakt, robust und extrem vielseitig sind elektrische Hochhubwagen damit eine optimale und kosteneffektive Wahl für schnelles und sicheres Palettenhandling. Die Mitgänger-Flurförderzeuge von TradeDrive werden handgeführt und überschreiten die Geschwindigkeit von 6 km/h nicht, was den Einsatz von Elektrohochhubwagen damit zur sichersten Methode macht, um Unfälle mit Gabelstaplern zu vermeiden.

Quellen:

  • https://publikationen.dguv.de/widgets/pdf/download/article/5157
  • https://www.dguv.de/de/zahlen-fakten/au-wu-geschehen/index.jsp
  • https://publikationen.dguv.de/statistiken/arbeitsunfallgeschehen/5157/arbeitsunfallgeschehen-2024?c=8
  • https://kompendium.bghw.de/bghw/xhtml/document.jsf?alias=bghw_wis_b12w19_1_GR1_&redirect2alias=bghw_wis_b12w19_1_GR1_

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theresa.hofer@pallit.com